• Heilungsgeheimnisse der Aborigines

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    Auszug:
    Neugierig und inspiriert von dem Gedanken, dass unser streng naturwissenschaftlich orientiertes Weltbild mit zunehmender Geschwindigkeit zu bröckeln beginnt, und beseelt von der Erkenntnis, dass es noch so unendlich viel geheimnisvolles zwischen  Himmel und Erde gibt, das rational mit den bislang gültigen Gesetzen nicht bewiesen werden kann, habe ich mir vorgenommen,  einen Blick über den Tellerrand hinaus zu wagen. Ich hoffte, dabei in alten Kulturen und deren traditionellen Zeremonien und  Heilweisen Antworten auf viele fragen zu finden. Ich wollte den geheimnisvollen Energien auf die Spur kommen, die für das Entstehen von Leben und für den Erhalt unserer Existenz.
    Es ist ein spiritueller Weg, eine Suche nach dem Sinn unseres Lebens innerhalb der Geheimnisse des Universums. Wer sich in diese Geheimnisse begeben will, muss dazu bereit sein, rationale Zweifel über Bord zu werfen und offen mit Mut und Entschlossenheit aus der Dunkelheit hinaus ins Licht zu treten. Voller Klarheit wird er dort die Gesetzmäßigkeiten des Kosmos erkennen und verstehen.

    Schamanen und Medizinmänner der letzten heute noch existierenden Naturvölker wissen schon seit Urzeiten um die geheimnisvollen Kräfte, die das Leben steuern. Schamanismus ist nicht nur das älteste Heilsystem der Menschheit, sondern erweist sich gerade heute als ein großes mentales Abenteuer, durch das wir eine neue Wirklichkeit entdecken und Kraft schöpfen können für Gesundheit und Lebensfreude und gegen Krankheit und Tod. Besonders der australische Schamanismus erweist sich als äusserst heilsame Methode, die abhanden gekommene Verbundenheit des Menschen mit der Natur und damit der Schöpfung wiederherzustellen und für die anliegenden Lebens- und Gesundheitsprobleme zu nutzen.

    Auf der Suche nach dieser Quelle der Gesundheit und Lebenskraft, dem Geist der Natur, zog es mich schon seit Jahren nach Australien, dem geheimnisvollsten und urtümlichsten aller Kontinente.
    Die Ureinwohner Australiens, die Aborigines, hatten mich schon seit meiner Kindheit in ihren Bann gezogen. Von ihnen hoffte ich etwas über die Urkraft des Lebens und ihre geheimnisvollen Gesetze zu erfahren. Ich war mir sicher, diesen dort näher zu sein, als irgendwo sonst auf der Welt, denn nur noch hier schien es Stämme zu geben, die bewusst und mit eisernem Stolz an ihren jahrtausendealten Bräuchen und Traditionen festhalten, trotz aller Verlockungen der sie umgebenden Zivilisation. Ihr Glaube an den großen Geist und seine Lebensgesetze wird seit über 50 000 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben. Er beinhaltet Weisheit und tiefes Naturverständnis. Diesem Wissen über die Natur und ihre Gesetze hatten es die ersten Ureinwohner zu verdanken, dass sie die Herausforderungen des Lebens auf diesem harten Kontinent meistern konnten.

    Für die Aborigines hat das Land seit jeher eine dynamische, schöpferische Kraft. Es ist Land aus der Ursprungszeit der Schöpfung, lebendiges Land, welches aus Himmel, Wolken, Flüssen, Bäumen, Wind, aus Erde und Sand und einem alles durchströmenden Geist besteht. “Es ist etwas, aber es ist doch kein Ding, es ist eine lebendige Einheit. Es gehört untrennbar zu mir und ich gehöre dem Land.
    Ich ruhe darin, ich komme von dort”, sagte mir Gaboo Ted Thomas, ein Yuin-Schamane, den ich später traf.

    Kaum ein anderes Volk auf der Erde ist derart fest in seinem Land verwurzelt wie die Aborigines, und kaum einem Volk gelingt es, derart rein und klar die geheimnisvolle Energie aus der Traumzeit, der Zeit vor der Zeit, mit all seiner Weisheit lebendig zu erhalten.

    Der Traum ist es, der in unvergleichlicher Weise dieses Volk direkt mit dem Geist des Landes und der Ahnen verbindet. In ihm ist das geballte Wissen der Schöpfung vereinigt. Gelingt es, diesen Traum wach zu rufen, diese Verbindung herzustellen, so kommt dies einer Ankopplung an die Schöpferkraft gleich und bedeutet damit Gesundheit, Wohlbefinden und ewiges Leben.

    Ich brannte vor Neugier, als ich das in den Farben der Aborigines exzentrische bunt bemalte Flugzeug der Quantas Airlines bestieg. Würde ich etwas über das uralte spirituelle Wissen der Aborigines erfahren? Würde ich zu mystischen Erkenntnissen gelangen, die uns befreien könnten aus unseren Verstrickungen von Unzufriedenheit, materiellem Besitzstreben und Krankheit? Wie wertvoll muss Ihr Verständnis von Krankheit und heilbringender Gesundheit doch sein, wissenschaftlich unverfälscht, echt, natürlich und nur auf überlieferter Erfahrung und damit wahrhaftiger Beobachtung beruhend! Welcher reiche Schatz an wissen über die Geheimnisse der Natur muss hier verborgen sein! Ein ausgiebiges Studium der Literatur über diesen Kontinent und seine Bewohner hatten mich schon etwas auf das vorbereitet, was mich erwarten sollte, jedoch war es trockenes, theoretisches Wissen ohne eigene Erfahrung und Emotionen.

    Ich hoffte sehnlichst, mit den Hütern der Traumzeit zusammenzutreffen, an ihren heiligen Plätzen zu meditieren und vielleicht einigen  Zeremonien beizuwohnen, aber dennoch wollte ich in das Land reisen, ohne zuvor einen genauen Plan festzulegen. Ich wollte offen sein für alles, was auf mich zukommen würde, und vertraute darauf, dass ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein würde, wenn ich mich treiben ließe. Ich wusste von früheren Reisen, dass ich mich auf meine Intuition verlassen konnte. Das Schicksal würde mich schon an den richtigen Ort lenken…